Berufs- und Praxisbildner:innen übernehmen eine Schlüsselrolle: Sie begleiten junge Menschen in einer entscheidenden Lebensphase, prägen deren Berufsverständnis und legen das Fundament für nachhaltigen Erfolg im Arbeitsmarkt. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, ist kontinuierliche Weiterbildung kein «Nice-to-have», sondern ein «Must».

In Kürze

  • Weiterbildung ist für Berufs- und Praxisbildner:innen heute unverzichtbar
  • Neben Fachwissen sind auch soziale Kompetenzen gefragt
  • Kontinuierliches Lernen stärkt die Ausbildungsqualität: Wer sich weiterbildet, bleibt ein Vorbild für Lernende

Ausbilden in einer sich wandelnden Arbeitswelt

Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Digitalisierung, neue Arbeitsformen und steigende Anforderungen an Selbstorganisation und Handlungskompetenz prägen den Berufsalltag. Lernende im Umgang mit KI und digitalen Tools zu begleiten, gehört heute zum Ausbildungsalltag und verlangt nach zeitgemässen Ausbildungsansätzen.

Doch Weiterbildung geht über diese Themen hinaus. Immer häufiger stehen Berufs- und Praxisbildner:innen vor der Aufgabe, Lernende in anspruchsvollen persönlichen Situationen zu unterstützen. Psychische Belastungen, Leistungsdruck oder Unsicherheiten im Übergang von Schule zu Beruf sind reale Herausforderungen. Ausbildende benötigen Sensibilität, Gesprächskompetenz und Wissen über Prävention und Unterstützungsmöglichkeiten, um frühzeitig reagieren zu können. Eine psychisch gesunde Lernumgebung ist kein Zufall – sie entsteht durch Aufmerksamkeit, klare Strukturen, Wertschätzung und professionelles Handeln.

Weiterbildung als Schlüssel zur erfolgreichen Ausbildung

Hinzu kommen strukturelle Veränderungen wie die neue KV-Reform. Handlungskompetenzorientierung und ein damit verbundenes neues Qualifikationsverfahren stellen neue Anforderungen an Ausbildungsbetriebe. Berufs- und Praxisbildner:innen müssen verstehen, wie Praxisaufträge sinnvoll kontextualisiert, Kompetenzen beurteilt und Lernprozesse individuell begleitet werden. Wer die Reform aktiv umsetzt, stärkt nicht nur die Qualität der Ausbildung und bleibt auf dem neuesten Stand, sondern positioniert sich auch als modernen und attraktiven Lehrbetrieb.

Weiterbildung bedeutet zudem, die eigene Rolle regelmässig zu reflektieren. Gute Ausbildende bleiben selbst Lernende. Sie entwickeln ihre Führungskompetenzen weiter, tauschen sich im Netzwerk aus und sind offen für neue Perspektiven. Dieses Vorbild wirkt direkt auf die Lernenden: Wer erlebt, dass Lernen ein lebenslanger Prozess ist, übernimmt diese Haltung eher selbst.

Praxisnah lernen, gemeinsam wachsen

Genau hier setzt das Jahresprogramm der Fachgruppe wbp an. Mit praxisnahen Online- und Präsenzveranstaltungen greift es aktuelle Themen auf. Gleichzeitig schafft es wertvolle Orte des Austauschs und der Vernetzung. Berufs- und Praxisbildner:innen profitieren vom Transfer in den eigenen betrieblichen Alltag, von neuen Impulsen und vom gemeinsamen Blick über den eigenen Betrieb hinaus.

Teil einer starken Community werden

Wer noch nicht Mitglied der Fachgruppe wbp ist, sollte die Gelegenheit nutzen und jetzt Teil der Community werden. Jedes Mitglied profitiert vom starken Netzwerk, von fundiertem Fachwissen und einem Weiterbildungsangebot, das Berufs- und Praxisbildner:innen von KV-Lernenden in ihrer verantwortungsvollen Rolle nachhaltig unterstützt. Erfolgreiche Ausbildung beginnt bei engagierten Ausbildenden – und letztlich bei der Bereitschaft, selbst immer Lernende zu bleiben. Es lohnt sich!


Autorin

Vera Class, MAS Wirtschaftspsychologie FHNW, eidg. dipl. Kommunikationsleiterin, eidg. FA Ausbildnerin, ist Berufsbildungsexpertin und leitet die nationale Fachgruppe wbp – Wir Berufs- und Praxisbildner:innen.


Weiterbildung ist wichtig – doch wie lässt sie sich finanzieren? Mehr dazu im Beitrag «So wird Weiterbildung bezahlbar».