Weiterbildung nimmt in der beruflichen Neuorientierung und Entwicklung eine wichtige Rolle ein, da sie neue Perspektiven eröffnet und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt stärkt. Häufig scheitert der nächste Schritt jedoch nicht an der Motivation, sondern an den Kosten. In der Schweiz gibt es verschiedene
Finanzierungsmöglichkeiten: Sie reichen von Beiträgen durch Arbeitgeber über eidgenössische, kantonale oder städtische Förderinstrumente bis hin zu Stipendien und Darlehen privater Organisationen.

In Kürze

  • Häufig scheitert Weiterbildung nicht an der Motivation, sondern an den Kosten. Das darf nicht sein.
  • Weiterbildung stärkt die Chancen bei beruflicher Neuorientierung und Entwicklung.
  • Finanzielle Hürden lassen sich oft durch verschiedene Fördermöglichkeiten abfedern.
  • Arbeitgeber:innen beteiligen sich häufig an Kurskosten oder gewähren Zeit für Weiterbildungen.

Unterstützung seitens Arbeitgeber:in

Viele Unternehmen beteiligen sich an den Kosten, wenn die Weiterbildung für die aktuelle Tätigkeit oder den Betrieb relevant ist. Üblich sind Beiträge an Kurs- und Lehrmittelkosten oder eine teilweise Freistellung von der Arbeitszeit. Oft werden solche Regelungen in einer Weiterbildungsvereinbarung festgehalten, die auch Rückzahlungsbedingungen enthalten kann.

Bundesbeiträge für höhere Berufsbildung

Personen, die sich auf eine eidgenössische Berufsprüfung oder höhere Fachprüfung vorbereiten, können einen Teil der Kurskosten zurückerstattet bekommen. Die Auszahlung erfolgt nach Absolvieren der Prüfung. Eine Vorfinanzierung durch den Bund ist in der Regel nicht möglich.

Stipendien und Darlehen von Kantonen und Städten

Je nach persönlicher Situation und abhängig von Einkommen, Vermögen und Ausbildungssituation werden Stipendien oder Darlehen gesprochen. Zuständig ist in der Regel die kantonale Stipendienstelle des Wohnkantons. In der Stadt Zürich bietet unter anderem das städtische Laufbahnzentrum Orientierung und Informationen zu entsprechenden Möglichkeiten.

Kanton Zürich: Stipendien & Darlehen

Stadt Zürich: Ausbildungsstipendien

Private Stiftungen und Bildungsfonds

Die Angebote richten sich oft an bestimmte Zielgruppen oder Berufswege. Ein Beispiel ist Educa Swiss, eine Stiftung für Bildungsförderung und -finanzierung. Sie begleitet Bildungsprojekte bei der Planung und Budgetierung und vermittelt zinsgünstige Bildungsdarlehen. Das kann insbesondere dann hilfreich sein, wenn keine kantonalen Beiträge oder Arbeitgeberleistungen möglich sind.

Educa Swiss: educaswiss.ch

Studiendarlehen des Kaufmännischen Verbands Schweiz

Der Kaufmännische Verband Schweiz unterstützt längere Weiterbildungen im kaufmännisch-betriebswirtschaftlichen Bereich sowie im Detailhandel mit zinslosen Darlehen. Anspruch hat, wer seit mindestens zwei Jahren Verbandsmitglied ist und nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügt. Wer ein Darlehen erhält, verpflichtet sich, dem Verband nach der Vertragsunterzeichnung mindestens fünf Jahre lang anzugehören.

Kaufmännischer Verband Schweiz: Studiendarlehen

Steuerliche Entlastung durch Abzüge

Für Kosten von berufsorientierten Weiterbildungen, Umschulungen oder Kursen können teils Abzüge in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Dadurch sinkt die effektive finanzielle Belastung, auch wenn dies erst nachträglich spürbar wird.

Finanzierung planen und kombinieren

Eine frühzeitige Prüfung der möglichen finanziellen Unterstützungsleistungen ist empfehlenswert. Oft lassen sich Finanzierungsmodelle kombinieren ‒ etwa eine Beteiligung des Unternehmens, ergänzt durch Bundesbeiträge oder Stipendien. Eine Weiterbildung ist eine Investition in die berufliche Zukunft und die persönliche Entwicklung und muss dank vielfältiger Unterstützungsangebote nicht an der Finanzierung scheitern.

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