Seit 165 Jahren begleitet der Kaufmännische Verband Zürich Menschen in ihrer beruflichen Entwicklung. Die Arbeitswelt hat sich während dieser Jahre stets verändert und der Kaufmännische Verband Zürich entwickelt sich mit ihr. In diesem Blog beleuchten wir jene Meilensteine, die unseren Weg geprägt haben und schlagen den Bogen zu relevanten Themen von heute. Im Laufe des kommenden Jahrs wächst dieser Blog Monat für Monat um einen neuen Abschnitt und lädt Sie dazu ein, unsere Geschichte Kapitel für Kapitel zu entdecken.
1861: Gründung «Verein junger Kaufleute»
Unter dem Motto «Bildung, Fortschritt, Freundschaft» gründen 13 engagierte, bildungshungrige junge Kaufleute den Verein «Verein junger Kaufleute». Von Anfang an stellt der Verein Bildung ins Zentrum und stärkt gleichzeitig den beruflichen Zusammenhalt unter seinen Mitgliedern. Um das Image eines gelegentlich belächelten «Lehrlingsvereins» abzulegen, tritt der Verein ab 1866 als «Kaufmännischer Verein Zürich» (KVZ) auf.
1896: Gründung Vereins-Orchester
Musikbegeisterte Mitglieder gründen das Vereins-Orchester und beweisen damit, dass der KVZ weiter über klassische Berufsfragen hinaus aktiv ist. Ähnlich wie der 1862 gegründete «Männerchor Kaufleute» zeigt das Orchester, wie lebendig und vielseitig das Vereinsleben war. Auch heute hat Musik ihren festen Platz im Verband: Das Orchester des Kaufmännischen Verbands Zürich gehört inzwischen zu den ältesten Laienorchestern in der Schweiz und gibt zweimal jährlich öffentliche Konzerte. Aktuell zählt es rund 40 aktive Mitglieder, bestehend aus etwa 30 Streichern und 10 Bläsern.
1913 – 1915 «Haus zur Kaufleuten»
Mit dem Entscheid für ein eigenes Vereinshaus unterstreicht der KVZ seinen Anspruch, Bildung langfristig und strukturell zu verankern. Der Verein beschliesst am 26.3.1913 den Kauf des Grundstücks an der Pelikan-/Nüschelerstrasse. Am 1.4.1915 beziehen Schule und Vereinsbüro des KVZ den Neubau an der Pelikanstrasse: Mit dem grossen Kaufleutensaal, hellen Schulzimmern, Tagungsräumen, einem hauseigenen Restaurant, einem Turnsaal und zwei Kegelbahnen entsteht ein zentraler Ort für Bildung und ein reges Vereinsleben. Bereits im Eröffnungsjahr besuchen 1368 Lernende die Schule und erhalten hier Zugang zur schulischen Ausbildung. Das «Haus zur Kaufleuten» bleibt bis 1974 das Schulgebäude der KV-Lernenden.
1916: Auswirkungen des 1. Weltkriegs
Der Erste Weltkrieg verschärft die soziale Ungleichheit und mündet 1918 im Landesstreik, der die Schweiz tief erschüttert. In dieser angespannten Phase steht auch der KVZ auf dem Prüfstand und behauptet sich: Während viele Branchen stillstehen, trägt das im Verband organisierte Bankenpersonal durch seine Arbeit zur Stabilisierung der Situation bei. Gleichzeitig baut der KVZ gezielt Unterstützungsstrukturen auf. Er gründet eine Kommission für Angestellteninteressen, etabliert eine Berufsberatung und organisiert ein Netz von Vertrauensleuten, um Mitglieder in einer Zeit grosser Unsicherheit zu stärken und zu begleiten.
Was damals als konkrete Massnahme in der Krise entsteht, prägt den Kaufmännischen Verband Zürich bis heute: Die Laufbahn- und Karriereberatung sowie das berufspolitische Engagement bauen auf dem damaligen Angebot auf und begleiten Mitglieder aktiv in ihrem Berufsalltag.
1918: Endlich auch Frauen als KVZ-Mitglieder
Ein weiterer Meilenstein folgt mit der Öffnung des KVZ für Frauen: Erstmals werden weibliche Handels- und Büroangestellte als Mitglieder aufgenommen. Viele von ihnen bringen sich bald aktiv ins Verbandsleben ein, gründen eigene Netzwerke und Vereine wie den Damenturnverein oder den «English Club of Women Members». Die beiden Untergruppen «Turnverein des Kaufmännischen Verbands Zürich» und der «English Club» existieren immer noch.
Auch heute setzt sich der Kaufmännische Verband Zürich für Chancengleichheit und faire Arbeitsbedingungen ein. In den vergangenen zwei Jahren war der Verband als «Kauffrauischer Verband Zürich» am Feministischen Streik mit dabei.
1920: Arbeitnehmenden- und Arbeitgeberseite arbeiten zusammen
Damals wie heute ist die Zusammenarbeit mit der Arbeitgeberseite ein wichtiger Teil unserer berufspolitischen Arbeit. Bereits ein Jahr nach der Gründung des Verbands Zürcher Handelsfirmen (VZH) schliesst der KVZ mit dem neuen Arbeitgeberverband eine erste Vereinbarung über Anstellungsnormen für kaufmännische Büroangestellte ab. Damit legt der Verband früh die Grundlage für verbindliche und faire Arbeitsbedingungen. Die Zusammenarbeit mit Arbeitgeber Zürich besteht weiterhin: Der Gesamtarbeitsvertrag (GAV) und das Salärregulativ für die kaufmännischen und kaufmännisch-technischen Angestellten sowie das Verkaufspersonal im Detailhandel werden regelmässig neu verhandelt. Sie stärken die finanzielle Sicherheit, verbessern die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und fördern faire Arbeitsbedingungen.
1946: Der KVZ fordert eine Anpassung der Löhne
Nach dem Zweiten Weltkrieg fordert der KVZ die Wiederherstellung der Kaufkraft durch eine Lohnerhöhung von mindestens 15 Prozent und eine automatische Anpassung an die Teuerung. In den Folgejahren kämpft er an vorderster Front für die Koppelung der Löhne an den Lebenskostenindex. Gleichzeitig setzt sich der Verband erfolgreich dafür ein, dass Angestellte vom wirtschaftlichen Erfolg mitprofitieren. Dies resultiert in längeren Ferien und höheren Kinderzulagen.
Der Kaufmännische Verband Zürich setzt sich als Sozialpartner für ein transparentes Lohnsystem und Löhne ein, die zum Leben reichen. Mit der für Mitglieder kostenlosen Lohnberatung helfen wir unseren Mitgliedern, ihren Lohn realistisch einzuordnen und mit fundierten Argumenten und selbstbewusst in Lohnverhandlungen aufzutreten.
1954: KVZ-Vorstandssitzung
Der Vorstand gibt die strategische Richtung eines Verbands vor, setzt Schwerpunkte und sorgt dank der engen Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung dafür, dass sich der Verband im Interesse seiner Mitglieder weiterentwickelt. Ein bildlicher Einblick in die KVZ-Vorstandssitzung von 1954 und den Vorstand 2026.


Fortsetzung folgt…
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