Der fixe Arbeitsplatz mit Foto der Familie (oder der Katze), Zimmerpflanze und privatem Krimskrams? Nicht mehr zeitgemäss. Immer mehr Firmen setzen auf Mobilität im Büro – sprich: Jeder sucht am Morgen als erstes einen Arbeitsplatz.

An flexible Arbeitszeiten haben wir uns bereits gewöhnt, hat doch das Bürozeitenmodell 8–17 Uhr vielerorts längst ausgedient. Gearbeitet wird von zu Hause aus, auch mal am Wochenende oder am Abend. Seit einiger Zeit kommt auch der eigene Arbeitsplatz immer mehr ins Wanken. Bisher «teilten» wir Meinungen mit anderen oder auf Facebook & Co. interessante Artikel und Fotos – in Zukunft teilen wir also auch unsere Arbeitsplätze: Desk Sharing heisst das Zauberwort.

Die Post ist eines der Unternehmen, das auf flexible Arbeitsplätze setzt. «Am Hauptsitz können die Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz oder alternative Arbeitsorte täglich frei wählen», sagte Sprecherin Jacqueline Bühlmann in einem Artikel von 20 Minuten.

Freie Wahl? Klingt gut – nach Selbstbestimmung, Offenheit, modernen Arbeitgebenden. Tatsächlich aber haben die Arbeitnehmenden jeden Morgen auch die Qual der Wahl: Setze ich mich ans Fenster oder nahe zum Lift? Neben die Tratschtante oder besser den hübschen Praktikanten? Oder ist etwa schon wieder nur noch der Platz neben dem Miesepeter frei? Auch sind zwischenmenschliche Kontakte schwieriger, wenn man jeden Tag neben einem anderen Kollegen, einer anderen Kollegin sitzt. Und: Wer zu spät kommt, findet vielleicht gar kein Plätzchen mehr, denn sind wider Erwarten alle Mitarbeitenden im Büro, ist jede freie Arbeitsfläche besetzt: Aufgrund häufiger Abwesenheiten kommen bei der Post auf jeden Angestellten nur 0,85 Arbeitsplätze.

Alles nur eine Frage der Flexibilität? Falls Sie sich im Büro auch jeden Tag einen neuen Platz suchen müssen – was für Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?